Kostenlos Lesen und Schreiben lernen

AWO-Projekt GESA: Gestärkt durch Alphabetisierung und Grundbildung

Lesen und Schreiben können gilt als Selbstverständlichkeit, als gesellschaftliche Grundkompetenz für Arbeit, geschäftliche Vorgänge, Behördenangelegenheiten und auch das soziale Zusammenleben. In Deutschland gibt es allerdings laut aktuellen Studien 6,2 Millionen Menschen, die nicht oder nicht richtig lesen und schreiben können. Rein rechnerisch leben davon 9.000 in Bremerhaven. „GESA“ heißt ein Projekt der AWO Bremerhaven, um gering literalisierten Menschen gleichberechtigte und eigenverantwortliche Teilhabe am gesellschaftlichen, beruflichen und kulturellen Leben zu ermöglichen.

„Der Umgang mit Schriftsprache ist für viele Menschen in unserer Gesellschaft selbstverständlich und in vielen Bereichen erforderlich. Täglich sind wir damit konfrontiert - beim Lesen der Zeitung, von Hinweisschildern, Fahrplänen, Beipackzetteln von Medikamenten, beim Ausfüllen von Formularen und Verträgen, beim E-Mails checken oder im Gebrauch von sozialen Medien“, sagt Doris Muschkeit, Fachbereichsleiterin Arbeit und Beschäftigung bei der AWO Bremerhaven. „Nicht lesen und schreiben zu können grenzt aus“, ergänzt Projektleiterin Ute Stegemann, „wir wollen dieses stark stigmatisierende Thema wieder mehr in den Mittelpunkt rücken und ein konkretes Hilfsangebot machen.“

Das Projekt GESA bietet die Chance, in einem niedrigschwelligen und kostenlosen Angebot im Stadtteil Leherheide gemeinsam und schrittweise Lücken im Grundbildungsbereich zu schließen. Schwerpunktmäßig werden Kenntnisse im Schriftsprachbereich vermittelt. Aber auch andere Grundbildungsinhalte, die eng mit dem Schriftspracherwerb verzahnt sind, werden vermittelt (z.B. PC-Kenntnisse, Haushaltsplanung). Ute Stegemann: „Die Förderung erfolgt unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Wünsche der Teilnehmenden.“

Das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) im Land Bremen geförderte Projekt soll den Teilnehmenden einen anderen Zugang zum Lernen ermöglichen. „In entspannter, lockerer und persönlicher Atmosphäre soll in kleinen Gruppen wieder Spaß am Lernen entstehen“, sagt Ingrid Zahn, Leiterin des AWO-Familienzentrums Louise-Schroeder-Straße, in dessen Räumen die Treffen stattfinden. Lernbedarfe werden individuell ermittelt und gezielt gefördert.

Ein unabdingbarer Schwerpunkt in dem Projekt ist nach Angaben von Ute Stegemann die psychosoziale Begleitung der Teilnehmenden: „Mangelnde Schriftsprachkompetenz ist oft gekoppelt an eine Vielzahl an Problemen; auch hier geben wir in dem Projekt Unterstützung, um Lern-Hemmnisse abzubauen.“ Standort des Projektes ist das Familienzentrum Leherheide. Dort wird in kleinen Gruppen sowohl ein Vormittags- als auch Nachmittagsangebot zum gemeinsamen Lernen stattfinden. Die begleitende Beratung erfolgt kontinuierlich und individuell.
 

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