Die AWO Bremerhaven

„In der AWO verbindet sich die Hilfe für den Einzelnen mit dem Engagement für eine Politik der sozialen Demokratie. Die tägliche Begegnung mit Menschen, die in Not geraten sind, hat die AWO zu einem unermüdlichen Anwalt für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft gemacht.“ Willy Brandt

Was macht die AWO Bremerhaven?

Die Löcher im sozialen Netz der Bundesrepublik sind größer geworden. Durch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderung, Pflegebedürftigkeit ist die Not oft größer, als man denkt.

Die Aufgaben der AWO wachsen durch die Zunahme der sozialen Probleme und Armut. In der Seestadt sind besonders viele Menschen arbeitslos, der Anteil derer, die auf staatliche Hilfe angewiesen ist, liegt weit über dem Bundesdurchschnitt.

Die AWO hilft allen, die Hilfe brauchen – ohne Ansehen von Hautfarbe, Nationalität, Konfession oder Weltanschauung. Sie hält solidarisches Handeln für das wichtigste Gestaltungsmerkmal einer europäischen Zivilgesellschaft und setzt sich für Demokratie und Gerechtigkeit ein.

Etwa 800 Mitglieder und Förderer sowie über 1000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden die AWO Bremerhaven. Diese föderale Teilorganisation des Gesamtverbandes ist rechtlich vollkommen selbständig, die Arbeit wird verantwortet durch einen ehrenamtlichen Vorstand und einen hauptamtlichen Geschäftsführer.

Die großen Arbeitsbereiche der Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven liegen in der Kindergartenerziehung, der Sprachtherapie für Kinder und Erwachsene, der Kinder- und Jugendhilfe, der Sozialberatung für Migranten und der Flüchtlingsarbeit. Auch Sucht- und Drogenarbeit, Sozialpsychiatrie, Altenhilfe und Qualifizierung sind Kernaufgaben der AWO Bremerhaven. Unser breit gefächertes Angebot können Sie aus dem Organigramm ersehen.

In mehr als 70 Diensten und Einrichtungen kümmern wir uns um viele tausend Menschen und meistern unterschiedliche Aufgabenstellungen. Zeitlich befristete Modellprojekte zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, zur Beschäftigung von Migrantinnen und Migranten, ehemals Drogenabhängigen und Arbeitslosen ergänzen die Arbeitspalette. Einen wichtigen Stellenwert nehmen Maßnahmen der Berufsausbildung, der Qualifizierung und der Weiterbildung im sozialen Bereich ein. Der Einsatz neuer Technologien in der Gesundheitswirtschaft wird zurzeit ebenso erforscht wie die Möglichkeiten der intensiven Kooperation mit Praktikanten und Organisationen aus den Ländern Osteuropas und des Balkans.

Die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt:

Die AWO ist einerseits ein gesellschaftspolitisch aktiver Verband als Mitgliederorganisation und anderseits ein soziales Dienstleistungsunternehmen.

Ihren unverwechselbaren Charakter gewinnt die AWO aus ihren Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität. Sie verkörpern die Geschichte, das sozialethische Fundament der AWO.

Die AWO wurde 1919 als karitativer Arm der Arbeiterbewegung gegründet und sah ihre Aufgaben in direkter praktischer Hilfe zur Verhütung, Linderung und Aufhebung sozialer Notstände sowie im Kampf um eine gerechte Sozialpolitik. Nach dem ersten Weltkrieg waren viele Menschen auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. In Suppenküchen und Kleiderstuben waren es vornehmlich Frauen, die sich vor Ort engagierten, die sich aber auch für mehr Menschlichkeit und für soziale Verbesserung insgesamt einsetzten.

Auf Vorschlag von Marie Juchacz beschloss der Parteirat der SPD die Bildung eines Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt. Dieser wurde dann am 13. Dezember 1919 ins Leben gerufen – die Geburtsstunde der Arbeiterwohlfahrt. Marie Juchacz übernahm den Vorsitz.

Schon wenige Monate nach der Gründung entstanden im gesamten Reichsgebiet Ortsausschüsse der Arbeiterwohlfahrt, so auch in Bremerhaven/ Wesermünde. Die ersten und notwendigen Aufgaben der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Bremerhaven war es, den von Not, Krankheit und Elend betroffenen Mitbürgern durch Verteilung von Kleidung und Lebensmitteln in Zusammenarbeit mit dem damaligen Reichswohlfahrtsverband zu helfen. Dafür wurde zum Beispiel eine Nähstube mit Kleiderausgabe eingerichtet. Sie gab den Helfern und auch den Hilfesuchenden die Möglichkeit der Begegnung und des Gesprächs.

Im Faschismus wurde die Organisation jedoch verboten, ihre Mitglieder wurden verfolgt, eingesperrt und gequält. Doch nach 1945 gab es einen Neubeginn, und es dauerte etwa ein Jahr, bis am 15. Juni 1946 auch in Bremerhaven auf einer Gründungsversammlung in der Pestalozzischule die Arbeiterwohlfahrt Bremerhaven unter den gleichen Zielsetzungen wie 1919/ 1920 wieder ins Leben gerufen wurde, wobei 35 Mitglieder aus der Zeit vor 1933 erscheinen konnten.

Heute hat die AWO Bremerhaven etwa 800 Mitglieder und Förderer sowie über 1000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Wohlfahrtsverband wie die AWO kann nur existieren, weil sich viele, viele Menschen einbringen und engagieren. Die Tradition der AWO Bremerhaven zeigt, dass dies gelingen kann.

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