
Das hier konzipierte Gesamtkonzept berücksichtigt alle Formen der stoffgebundenen Sucht und Suchtgefährdung und bietet damit Menschen ab 18 Jahren Integrationsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt.
Seit November 2003 bietet die AWO Sozialdienste GmbH Qualifizierung und Integration von suchtgefährdeten und suchtkranken Menschen als Wiedereingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt an. Diese Projekte wurden bisher aus Mitteln der ARGE, dem EFRE, sowie aus Mitteln des URBAN II-Programms finanziert. Seit März 2008 ist das Projekt im Landesprogramm „Bremen produktiv und integrativ“ enthalten und wird über ESF-Mittel mitfinanziert.
Durch angeleitete konkrete Arbeit, die u.a. eine Strukturierung des Alltags darstellt, und durch eine individuelle sozialpädagogische Unterstützung werden Langzeitarbeitslose mit einer Suchtproblematik und anderen vielfältigen Vermittlungshemmnissen für den Arbeitsmarkt vorbereitet und nach Möglichkeit auch in Ausbildung oder Arbeit vermittelt.
Die Teilnehmenden werden motiviert, ihre persönliche, soziale und berufliche Situation zu verändern und ihre Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern. Durch sinnvolle gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (MAE/AGH) werden die Teilnehmenden wieder an einen strukturierten Tagesablauf herangeführt. Berufsrelevante Tugenden, wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen werden (wieder) erlernt. Motivation und Selbstbewusstsein werden gestärkt.
Im September 2006 wurde dieses Angebot für 15 suchtgefährdete junge Menschen mit einer Alkoholproblematik erweitert (Projekt „Robby“). Das Projekt wird aus Mitteln des Magistrats der Stadt Bremerhaven und der ARGE Job-Center Bremerhaven finanziert.
Seit Februar 2009 wurde auf Grund des Bedarfes und der Initiative der ARGE ein drittes Projekt für Menschen mit einer Alkoholproblematik über 27 Jahren umgesetzt. Dieses Projekt trägt den Namen „PAuL“ (Perspektive Arbeit und Lebensqualität) und bietet weitere 15 Plätze explizit für die Zielgruppe suchtkranker Menschen über 27 Jahre an. Die Finanzierung dieses Teilprojekts wird durch Mittel der ARGE und dem ESF ermöglicht.
Alle drei Projektangebote sollen zukünftig in einem Gesamtkonzept verankert werden. Pro Jahr können damit 47 Plätze (15 Plätze Projekt Robby, 14 Plätze / zzgl. 3 Plätze nach §16a SGB II Projekt QUIS und 15 Plätze Projekt PAuL) für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen angeboten werden, die von einem multiprofessionellen Team begleitet werden. Konzeptionell wird die Zielgruppe der Teilnehmenden in drei Personenkreise unterteilt werden:
• der Gruppe „unter 27 Jahre mit einer Alkoholgefährdung“(Projekt Robby)
• der Gruppe „über 27 Jahre mit einer Alkoholgefährdung“(Projekt PAuL)
• der Gruppe „volljährig mit einer Suchterkrankung, die teilweise auch substituiert werden.“(Projekt QUIS)
Dies ist aus unserer Erfahrung notwendig, um auf die spezifischen Probleme der Altersgruppen und auf die unterschiedlichen Suchtproblematiken eingehen zu können. Für die unter 27 jährigen Teilnehmenden wird zudem erfahrungsgemäß ein höherer Betreuungsaufwand benötigt. In allen drei Projekten ist eine Teilnahme von bis zu 12 Monaten möglich.
Ergänzend zur Arbeitserprobung in AGH findet einmal wöchentlich ein Qualifizierungstag statt. Auch hier wird es die Unterteilung in drei unterschiedliche Gruppen geben.
Zudem unterstützt das Suchtberatungszentrum der AWO die Teilnehmenden bei allen suchtrelevanten Problemen.
Da die Teilnehmenden über unterschiedliche berufliche Fähigkeiten und Vorerfahrungen verfügen und auch unterschiedlich belastbar sind, müssen die Einsatzbereiche in den AGH möglichst passgenau ausgewählt werden, so dass sowohl einfache als auch zunehmend anspruchsvolle Anforderungen zu bewältigen sind.
Im Rahmen der Tätigkeiten sollen sinnvolle Arbeiten erledigt werden, die an die Kenntnisse und Fähigkeiten der Teilnehmenden anknüpfen. Es wird ein fester Arbeitsrahmen (zeitlich, inhaltlich) vorgegeben, um die Teilnehmenden wieder an einen geregelten Tagesablauf und an die Erledigung von Arbeitsaufträgen heranzuführen. Eine Anleitung vor Ort muss gewährleistet sein.
Es soll „Realarbeit“ geleistet werden, die von der Bevölkerung positiv wahrgenommen wird. Dies dient dazu, Vorurteile (negatives Image von Suchtkranken in der Öffentlichkeit) abzubauen, vermittelt aber auch den Teilnehmenden Bestätigung und Erfolgserlebnisse. Das Training handwerklicher, technischer und sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten trägt zur Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt bei.
Die Durchführung von Praktika in Betrieben auf dem des 1. Arbeitsmarktes ist Pflichtbestandteil der Qualifizierung. Bevorzugt werden Betriebe ausgewählt, die aktuell einen Arbeitskräftebedarf haben oder ausbildungsberechtigt sind.
Um Zukunftsperspektiven entwickeln zu können, müssen diverse Probleme, die bisher nicht bearbeitet wurden, angegangen werden. Dazu gehören Probleme im Privatbereich, im Sozialbereich, im Bereich des eigenen Gesundheitszustandes, Konflikte auf der Arbeitsstelle etc. Hier arbeiten die ProjektmitarbeiterInnen im Sinne des Casemanagements und greifen auf die bestehende Vernetzung mit anderen Hilfeinstitutionen, wie Suchtberatungsstelle, Psychosoziale Betreuung von Substituierten, Schuldnerberatungsstelle, Bewährungshilfe, Amt für Jugend und Familie etc. zurück. Die intensive sozialpädagogische Begleitung wird durch professionelle MitarbeiterInnen gewährleistet und trägt maßgeblich zum Gelingen des Projekts bei.
Flyer - Projekt PAul
AWO Sozialdienste GmbH
Fachbereich Arbeit und Beschäftigung
Bütteler Straße 1
27568 Bremerhaven
Tel.: 0471/ 95 47 215
Fax: 0471/ 95 47 100
Das Projekt wird unterstützt von:



Bremerhavener Arbeit GmbH
Europäischer Sozialfonds
